Das Landesgleichstellungsgesetz und die Arbeit des Personalrates

Im unserem Grundgesetz ist festgelegt, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Realität ist dies deshalb aber noch nicht. Dazu bedarf es weiterer gesetzlicher Vorgaben, die die Verwirklichung vorantreiben. Das ist das Ziel des Landesgleichstellungsgesetzes.

§ 1 LGG formuliert das Gesetzesziel und die allgemeinen Grundsätze:
(1) Dieses Gesetz dient der Verwirklichung des Grundrechts der Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Nach Maßgabe dieses Gesetzes und anderer Vorschriften zur Gleichstellung von Frauen und Männern werden Frauen gefördert, um bestehende Benachteiligungen abzubauen. Ziel des Gesetzes ist es auch, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu verbessern.

§7 des LGG bezieht sich auf die Vergabe von Ausbildungsplätzen, Einstellungen, Beförderungen und Übertragung höherwertiger Tätigkeiten bevorzugt an Frauen bei gleicher Eignung, Leistung und Befähigung, solange sie in einem bestimmten Besoldungsamt unterrepräsentiert sind. Zur argumentativen Unterstützung führt die Arbeitsgruppe Gleichstellung (in der Abteilung 4 – Schulabteilung der Bezirksregierung Düsseldorf) Statistiken zum Frauenanteil an Beförderungs- und Funktionsstellen sowie eine Statistik zum Anteil der Frauen in den jeweiligen Schulleitungspositionen.

Die hier zugrunde liegenden Daten stammen aus dem Jahr der Veröffentlichung des letzten Frauenförderplans (FFP) aus dem Jahr 2016. Der nächste FFP, jetzt Gleichstellungsplan genannt, wird 2021 veröffentlicht werden.

Bei fast allen Funktionsstellen und Stellen im Bereich der Schulleitung an den Schulformen des Längeren Gemeinsamen Lernens zeichnet sich eine positive Entwicklung in Bezug auf die Frauenförderung ab.

In der Position der Schulleitung finden sich zwar immer noch mehr Männer, aber wir sehen einen Trend in Richtung Gleichberechtigung: An Gesamtschulen (GE) waren bei der letzten Erhebung 40,9% der Stellen von Frauen besetzt. An Sekundarschulen (SK) sogar 57,1%. Bei den stellvertretenden Schulleitungen konnte mit einer Quote von 45,9% an GE und 64,3% an SK ein deutlicher Erfolg erzielt werden. In diesem Schulleitungsamt ist der höchste Zuwachs der Frauenquote erreicht worden. Dennoch entspricht dieser Anteil nicht dem prozentualen Anteil von Frauen in der Gesamtheit der Lehrer*innen. (GE 64,2%, SK 69,4%).

Ein weiterer hoher Anstieg von weiblichen Beschäftigten ist im Bereich der Stelleninhaberinnen in der Abteilungsleitung A14 erzielt worden, einem Amt, welches neben den Verwaltungstätigkeiten besondere pädagogische und erzieherische Kompetenzen der Funktionsinhaberinnen erfordert. Hier liegt die Frauenquote jetzt bei 52,2% an GE und 64,3% an SK.

Die Leitungen der Sekundarstufen II werden zu 49 % von weiblichen Lehrkräften besetzt.

Auch die Frauenquote im Bereich der Didaktischen Leitung ist noch einmal gestiegen und liegt bei 55,3%.

Diese Zahlen zeigen, dass Frauenförderung im Bereich unserer Schulformen realisiert wird. Im kommenden Erhebungszeitraum wird sich hier noch einiges ändern, weil sich die Schullandschaft in unserem Regierungsbezirk verändert hat. Viele Hauptschulen wurden geschlossen, alle neu gegründeten Schulen, incl. der PRIMUS-Schule erreichen einen immer höheren Ausbauzustand, Sekundarschulen wurden zu Gesamtschulen erweitert.

Der Personalrat achtet darauf, dass sich Frauen auf Funktionsstellen bewerben. Ist dies nicht der Fall, kann es eine erneute Stellenausschreibung geben.

https://www.brd.nrw.de/Schule_Gleichstellung/dateien/Frauenfoerderplan.pdf

§8 des LGG betrifft die Ausschreibungen auf Leitungsfunktionen. Um eine möglichst breite Bewerbung von Frauen zu erreichen, sind Ausschreibungen öffentlich (im Internet). Frauen sollen sich besonders angesprochen fühlen. Teilzeitarbeit soll auch in Führungspositionen ermöglicht werden. Alle Maßnahmen zur Personalentwicklung sollen das Ziel verfolgen, den oben skizzierten Aufwärtstrend in den Schulleitungsämtern hinsichtlich des Frauenanteils fortzusetzen.

Wir haben angeregt, dass Dezernent*innen besonders auf geeignete Frauen achten und diese ermuntern, sich auf Schulleitungspositionen zu bewerben. Eine besondere Rolle haben hier sicher auch die Ansprechpartnerinnen an den Schulen, die wir bei ihrer Arbeit unterstützen möchten. Wegen einer Behinderung oder Schwerbehinderung sollte keine Frau auf eine Bewerbung verzichten.

§11 des LGG befasst sich mit Fortbildungen. Weibliche Beschäftigte sollen mindestens entsprechend ihrem Anteil an den Meldungen zugelassen werden. Es müssen für sie besondere Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden, die sie auf Führungspositionen vorbereiten (s.o.). Kinderbetreuung und Teilzeitbeschäftigung müssen berücksichtigt werden. Die Themen Gleichstellung und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz müssen regelmäßig, vor allem in Fortbildungen für Leitungsmitglieder, aufgenommen werden.

Im § 13 LGG werden die Gestaltung der Arbeitszeiten und die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubung als Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie genannt und erläutert. Da an Gesamtschulen 83,2% und an Sekundarschulen 89,5% der Teilzeitbeschäftigten Frauen sind, ist das ein ganz wichtiger Schwerpunkt in der Beratung und Unterstützung.
Viele Kolleg*innen sehen in Teilzeitarbeit die einzige Möglichkeit, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Wir regen immer wieder an, an jeder Schule Teilzeitkonzepte zu entwickeln, die von der Lehrerkonferenz beschlossen werden sollten (vgl. auch ADO §68).

Auf der Homepage des Personalrats gibt es zur Konkretisierung die kommentierte Empfehlung “Teilzeitbeschäftigung - neues Merkblatt”, die für jede einzelne Schule angepasst werden kann.

   
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